Van Artevelde. Dort steht er und zeigt mit ausgestrecktem Arm nach England. Mitten auf dem Vrijdagmarkt. Eine Reminiszenz an vergangene grandiose Zeiten. Man möchte fast meinen, er zeige den Leuten auf dem Markt den Weg zu Wohlstand. Mit nur einer Vierteldrehung würde er den Besuchern den Weg zu den vielen Restaurants, Lokalen, Kneipen und Cafés am Platz weisen. Dann würde er wohl meinen: „Dort könnt ihr einen trinken gehen!“

Ein Regionalbier am Markt

Der Vrijdagmarkt und seine unmittelbare Umgebung sind wirklich einen Besuch wert. An diesem Platz können Sie sich stundenlang aufhalten, ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen. Am Freitag oder Samstag ist Marktzeit. Schlendern Sie durch die stimmungsvollen umliegenden Gassen und entlang der vielen wunderschönen Hausfassaden. Als Belohnung darf es nachher in einem der einladenden Bierlokale wie Dulle Griet ein schönes Regionalbier sein. Ein Bierlokal, das man wegen des berühmten Schuhpfandrituals nicht so leicht vergessen wird. Entdecken Sie doch gleich selbst einmal, was dahinter steckt! Tipp: Gut aufpassen, dass das Glas nicht zerbricht.

Shop-Hopping

Shoppen bis zum Gehtnichtmehr, das geht in der Serpentstraat oder Baudelostraat. Stöbern Sie in den reichen Schätzen alter Schallplatten und Bücher. Suchen Sie sich in den zahlreichen trendigen Modeläden das perfekte Outfit aus. Legen Sie zwischendurch eine kurze entspannende Teepause ein. Lassen Sie sich von den kreativen Ideen in den vielen originellen Geschenkeläden mitreißen. Einige dieser Läden sind wahre Schmuckstücke. Meldet sich gerade der kleine Hunger? Den können Sie jederzeit in den Restaurants am Vrijdagmarkt stillen. Die Geschäfte in Oudburg sind nur einen Katzensprung von Patershol, dem kulinarischen Mittelpunkt Gents entfernt.

Ein Stück Geschichte

Die Geschichte des Vrijdagmarkts ist zwar schön, hat aber auch eine Kehrseite. Im Laufe der Jahrhunderte wurden auf dem Platz schöne Feste gefeiert. Fürsten wurde bei ihrem Antrittsbesuch ein festlicher Empfang bereitet. Allerdings fanden dort auch Hinrichtungen statt. Nur keine Angst. Scheiterhaufen und Fallbeile gehören längst der Vergangenheit an. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand 1863 statt. Toreken, das Türmchen, gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert und ist das einzige Gebäude, das noch von diesen Gräueltaten zeugt. Die anderen Gebäude wurden im 19. Jahrhundert errichtet. Das markante Volkshaus, auf dessen Fassade noch immer der Namenszug Bond Moyson zu lesen ist, stammt aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts.

Die Vergangenheit erleben

Die Geschichten aus dem Mittelalter haben es Ihnen angetan? Dann auf zum Hof van Rijhove. Das ist ein authentisches Genter Patrizierhaus, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Oder reicht Ihnen die jüngste Vergangenheit? Dann sollten Sie sich nach Patershol aufmachen. Das malerische Haus von Alijn am Wasser ist mehr als empfehlenswert! Das kürzlich neu gestaltete Museum, zu dem eine gemütliche Volkskneipe gehört, ist eine nostalgische Erkundungstour für sämtliche Sinne durch den flämischen Alltag mit seinen so typischen Eigenheiten.