Vom Priesterseminar...

1559 wurde das Bistum Gent gegründet. Der erste Bischof, Corneel Janssen, hatte große Pläne für ein Priesterseminar, aber es blieb zunächst bei Plänen. Erst 1622 unter Bischof Anthony Triest ging es weiter voran. Er beauftragte den Architekten Pieter Huyssens mit dem Bau eines Priesterseminars an der Biezekapelstraat. Dessen Türen öffneten erstmals im Jahr 1625. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude erweitert und veränderte sich je nach Funktion. Eine beeindruckende Seminarbibliothek wurde hinzugefügt, und im 19. Jahrhundert folgte eine umfassende Renovierung. Aber schließlich wurde das Gebäude für die vielen Schüler zu klein. Deshalb wurde die Ausbildungsstätte in einen neuen Komplex an der Reep verlagert, der Platz für 200 Priesteramtskandidaten, Professoren, Hörsäle und eine eigene Bibliothek bot.

Was wurde aus dem alten Priesterseminar? Es erhielt ein zweites Leben. Die Schwestern der Nächstenliebe richteten dort eine Grundschule mit Internat ein. So blieb das Gebäude auch nach seiner theologischen Zeit ein Ort der Wissensvermittlung.

... zum St.-Bavo-Haus

Seit den 1960er-Jahren ging die Zahl der Priesterberufungen zurück, sodass große Teile des Priesterseminars an der Reep leer standen. 2001 zog das Priesterseminar um, damit das Gelände von der Vlerick Business School genutzt werden konnte. Aber das alte Seminargebäude in der Biezekapelstraat, im Schatten der St.-Bavo-Kathedrale, wurde nicht vergessen. Das Bistum Gent beschloss, dem Ort eine neue Bestimmung zu geben: als Zentrale für seine Dienste, als Ausbildungszentrum und zur Unterbringung der beeindruckenden Seminarbibliothek.

Nach einer gründlichen Restaurierung und Renovierung öffnete das modernisierte St.-Bavo-Haus 2024 seine Türen. Ein Ort, an dem Geschichte und Zukunft aufeinandertreffen. Neben seiner religiösen Funktion ist das St.-Bavo-Haus heute auch ein stilvoller Veranstaltungsort für Seminare, Tagungen, Schulungen oder Events. Ein verstecktes Juwel im historischen Herzen von Gent, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

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