Manchmal sagt man, dass man die Lebendigkeit einer Stadt an ihrer Street Art erkennen könne. Gent ist eine aufgeschlossene und trendige Kulturstadt, eine Leinwand für Straßenkünstler. In dem vor Leben sprühenden Gent ist jeder willkommen. Ein Ort, der allen gefällt.

Gent hat sich zu einer graffitifreundlichen Stadt entwickelt. Hier gibt es zahlreiche Arbeiten von Künstlern wie Roa oder Bué The Warrior zu sehen. Lust auf mehr Graffiti-Hotspots? Dann können Sie Gent einmal ganz anders erkunden, und zwar mit dem "Sorry, not sorry Street Art"-Plan von Gent", einer Stadttour, die Sie zu Fuß oder mit dem Rad machen können und die Sie an der bunten Graffiti-Kunst vorbeiführt.

Streetart-Fan? Stöbern Sie dann durch das umfangreiche Angebot von geführten Stadtspaziergängen entlang Dutzenden von Graffitiwerken in Gent. Nachstehende Fremdenführerorganisationen bieten streetart Führungen an.

Die folgenden Werke sind nur einige Beispiele aus der Vielzahl an Street Art in Gent. Machen Sie sich auf und erkunden Sie die farbenfrohe Street Art in Gent.

Die Graffiti-Gasse, wandelbare farbenfrohe Gasse

Die autofreie Werregarenstraatje im Herzen von Gent gilt als ein Gebiet, in dem Graffiti geduldet wird. Es ist offiziell zwar nicht erlaubt, hier seine Pieces und Tags anzubringen, toleriert wird es aber schon. Die Duldungszone wurde während der Genter Feste im Jahr 1995 als Graffitiprojekt mit einigen wenigen Werken an den Wänden geschaffen. Schon bald erhielt die Gasse den Spitznamen „Graffitigasse“.

Heute ist die Straße eine Kakofonie aus Farben. Die Werregarenstraatje ist die offene Leinwand für junge Straßenkünstler. Hier schaffen Straßenkünstler beeindruckende „Sprühdosenkunst“. So präsentiert sich die Graffiti-Gasse Gents immer wieder anders. Ausgetretene Pfade sind nicht Ihr Ding? Diese Gasse sollte auf Ihrem Citytrip einen kleinen Umweg wert sein. Eine Gasse voller bunter Instagram-Snapshots.

Mauer am Museum Dr. Guislain

Ein typisches buntes Werk von CAZN, mit Anspielungen auf die klassische Kunst (eins seiner Lieblingsthemen). Die Inspiration zu dieser Zeichnung lieferte auch das Haus, wo man arme Leute untergebracht und betreut hat.

Dies ist die erste Mauer, die man als Ergebnis der großen Graffiti-Jam zu sehen bekommt, die entlang der Straßenbahnschienen veranstaltet wurde. Dieser Ort ist nicht zu Fuß erreichbar. Nehmen Sie im historischen Zentrum die Straßenbahnlinie 1 zum Museum Dr. Guislain und Sie werden das Mural gegenüber der Straßenbahnhaltestelle sehen. Wussten Sie übrigens, dass die Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel mit der CityCard Gent kostenlos ist?

Mural Joachim, Street Art am Wasser

Joachim (mit vollem Namen Joachim Lambrechts) ist ein vielversprechender Street Art-Künstler aus Lier. Mit seinen Wandmalereien und Ausstellungen in unzähligen Städten und einer ständigen Galerie in London hat er sich in der internationalen Street Art-Szene einen guten Ruf erworben. Mit seinem ausgesprochen fröhlichen Graffiti-Pop-Art-Stil zählt Joachim in der Street Art-Szene zu den auffallenden Figuren.

Joachim schuf ein Werk auf der Rückseite der Arteveldehogeschool am Jongenstragel, dem Wander- und Radweg, der in der Nähe des Sint-Annaplein an der Nederschelde vorbeiführt. Ob Sie es glauben oder nicht, aber hier kann man zwei Werke sehen. Die Liebeserklärung Joachims ist nicht zu übersehen. Aber auch die Löcher in der Mauer sind ein Kunstwerk. Mit diesen Löchern regt der Künstler Michel François die Betrachter zum Nachdenken über die Nützlichkeit von Mauern und deren Grenzen an. Egal, welches Werk Ihnen am besten gefällt: Genießen Sie einfach den Spaziergang entlang des Wassers. Im Übrigen hatte Joachim zunächst eine ganz andere Vorstellung für diese Mauer. Er änderte den Entwurf in letzter Minute.

The Four Horsemen of the Apocalypse

The Four Horsemen of the Apocalypse. Eindrucksvolle Street Art von Super A.

Super A ist das Alter Ego des niederländischen Street Art-Künstlers Stefan Thelen. Mit seinen kraftvollen und lebensechten Wandmalereien verschiedenster Fantasiefiguren zählt er zur Spitze der niederländischen Street-Art-Szene. Er ist für seine Darstellungen von Vögeln bekannt. Für Gent sollte es etwas ganz Besonderes werden. Er hat sich für diese Pferde entschieden. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und sehen Sie sich diese wunderschöne Arbeit an!

Grindbakken. Ein alternativer Ausstellungsraum.

Dies ist eine Duldungszone für Graffiti, ein Ort, an dem Street-Art-Künstler ihr eigenes Ding machen können. Diese Kiesbehälter befinden sich in "Oude Dokken", einem Stadtviertel, das gerade eine rasche Entwicklung erlebt. Diese Behälter sollten zum Ausstellungsraum umfunktioniert werden. Irgendwie ist das auch so, nur nicht so wie anfangs gedacht. Die Graffiti-Szene hat den Ort eingenommen und seitdem ist das einer der besten Orte, an dem großartige Pieces entstehen.

Roa: Kaninchen und weitere Tiere

Vom Genter Roa stammen riesengroße Wandmalereien von (toten) Tieren, meist in Schwarz-Weiß. Die Tiere kommen immer im Umfeld seines Werks vor und werden in ihrer reinsten Form dargestellt.

Seine Murals zeugen von einer immensen Faszination für die Anatomie und das Tierreich. Da er immer sehr großformatig arbeitet, sind die Betrachter sehr von seinen Malereien beeindruckt. Roas Werke findet man an Gebäuden in verschiedenen Städten in Europa, den USA, Südamerika, Afrika, Asien und Australien. Auch in seiner Heimatstadt gibt es eine ganze Reihe von seinen Werken.

Genter Altar in Graffiti verewigt. Ein Meisterwerk neu erfunden.

Die früher ganz normale Seitenfront des Herrenhauses an der Ecke Predikherenlei/Van Stopenberghestraat muss man einfach gesehen haben. Anlässlich des Kinostarts von „Monument Men – Ungewöhnliche Helden“ sprühte der Graffitikünstler Bart Smeets hier ein 100 m² großes Kunstwerk.

Der Filmproduzent 20th Century Fox war auf der Suche nach einer zeitgemäßen Art und Weise, um auf „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ aufmerksam zu machen und Gent zeigte sich offen für ein Werk, das permanente Werbung für den Genter Altar darstellen würde, der im Film eine herausragende Rolle spielt. Sehen Sie sich hier die schrittweise Entwicklung des Kunstwerks an!

De Maagd. Fresko von Borremans.

Michaël Borremans (*1963, Geraardsbergen) ist ein bekannter belgischer Künstler. Er machte eine Ausbildung zum Fotografen und verlegte sich später auf das Zeichnen und Malen. Er schenkte der Stadt das Fresko „De Maagd“ (die Jungfrau). Es stellt ein schwarzhaariges Mädchen vor einem dunklen Hintergrund dar. Mit Ausnahme des weißen Kragens ist das Mädchen komplett in Schwarz gekleidet. Zwei helle Lichtstrahlen kommen aus ihren Augen. Das Gemälde befindet sich auf dem Glockenturm über der Aufzugstür. Der Künstler hat sein Werk auf der Rückseite (im Glockenturm) signiert.

Wussten Sie, dass Sie seine Werke an verschiedenen Orten der Stadt bestaunen können? Vor dem Gebäude De Krook steht die Skulptur „Die Passanten“: ein drei Meter hohes Standbild mit vier Figuren, die ihre Köpfe aneinanderlehnen. Sie symbolisieren die Verbindung von Wissen und Kultur, die man in De Krook erlebt.

Fußgängertunnel am Alten Fischmarkt: Steve Locatelli

Man erreicht die Visit Gent Auskunftsstelle auch über den Appelbrugpark, entlang der Landungsbrücke des Alten Fischmarkts. Dazu muß man zuerst durch die Unterführung, wo ein Projekt von Künstler Steve Locatelli entstand. Er ließ sich vom Werregarenstraatje und dem früheren Fischmarkt inspirieren.

Steve Locatelli ist ein geborener Brüsseler, der in seiner Geburtsstadt damit begann, in der U-Bahn Graffiti anzubringen. Er ist für seine klaren Farben und die häufige Verwendung von Schädeln bekannt.

Bué the Warrior im Baudelopark

Der Genter Buée wuchs in einer Familie von Cartoonisten auf. Mit gerade erst 17 Jahren traf er einmal im Bus auf zwei Street-Art-Künstler. Sie gaben ihm seine ersten Sprühdosen und seitdem hat er nicht mehr aufgehört zu sprühen! 

Mit seinen Kunstwerken versucht Bué, ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zu zaubern und ihnen ein wohliges Gefühl zu vermitteln. Er verwendet leuchtende Farben und fröhliche Formen, um seine Malereien nicht zu ernst erscheinen zu lassen. Er erschafft seine eigene Bildsprache und verleiht dem Straßenbild Farbe und positive Energie.

Bué hat auf der ganzen Welt Wandmalereien angefertigt, oft zusammen mit anderen Graffiti-Künstlern vor Ort. Außerdem entwirft er Kleidung. Er stellte Spielzeug und Kuscheltiere her und schuf eine komplette Bekleidungslinie für Kinder. In Gent befindet sich eine Vielzahl seiner Werke. Sehen Sie den Sorry Not Sorry Plan ein und sehen Sie sich alle Werke an.