Good to know

Es ist keine Überraschung, dass Architekt Wim Goes uns zu den schönsten Orten (und Fassaden!), die unsere Stadt zu bieten hat, führt. Selbstverständlich haben Architekten auch Hunger und Durst. Dieser Spaziergang ist wirklich ein Genuss für alle Sinne!

Architekt

Wenn der Name Wim Goes mit Architektur reimen würde, wäre keiner überrascht. Wim Goes (1969) unterrichtet an der Fakultät Architektur der Universität KU Leuven und gründete vor mehr als 20 Jahren ein Architektenbüro unter seinem eigenen Namen: Wim Goes Architectuur. Sein Werk wurde mehrmals ausgezeichnet. So empfing er u.a. den belgischen Architekturpreis und den Architectural Review Award. 2002 wurde sein Umbau eines Industriegebäudes für die Genter Compagnie mit dem Architekturpreis von Ostflandern und dem Architekturpreis von der belgischen Architektenkammer ausgezeichnet. And that’s not all, er prägte auch das Design des Genter Museumplatzes, der eine Verbindung zwischen MSK und S.M.A.K. bilden wird.

Walk a mile in my shoes

7 km - 10000 Schritte 

Es gibt keinen besseren Ort, um die Tour anzufangen, als der Tempel der zeitgenössischen Kunst: S.M.A.K. Den ersten Koffeinrausch schenkt Ihnen eine Tasse Kaffee im SMAKcafé -double shot!- bevor Sie durch das Studentenviertel in Richtung von Bar Jan Cremer spazieren. Ihre sonnenüberflutete Terrasse ist der perfekte Ausgangspunkt für einen leichten Lunch (ihre Bagel sind wirklich hervorragend).

Im gleichen Viertel, im Schatten des von Henry van de Velde entworfenen Bücherturms, findet man das ikonische Kunstzentrum Vooruit, ein stattliches Gebäude mit Restaurant, Kneipe und Eventsaal unter einem historischen Dach. Sie sollten bestimmt mal das Programmbuch durchblättern, denn es enthält eine Mischung aus beliebten und eher atypischen Vorstellungen. Um die Ecke sehen Sie (you can’t miss it) die Stadtbibliothek De Krook, ein architektonisches Spiel von Licht und Schatten, welches von den Architekten Coussee und Goris in Zusammenarbeit mit den Pritzker-Preisinhabern R.C.R. entworfen wurde. Ab die Bibliothek gehen Sie entlang der Schelde und folgen Sie einer Art von Treidelpfad in Richtung des alten Justizpalasts. Zwischen diesen zwei Glanzstücken befindet sich hauptsächlich Hässlichkeit. Immobilienopportunismus in Kombination mit den Rückseiten von Verwaltungsgebäuden und dazwischen eine architektonische Bake in Form einer Brücke. Eine Holzbrücke aus Latten erzeugt eine Kraft, die das Scheitern ihrer Umgebung vollständig aufhebt. Ein Projekt des Brüsseler Büros Office.

Folgen Sie den schlängelnden Straßen der Genter Innenstadt bis zum Restaurant L’Apéro d’Oc und genießen Sie dort die mediterrane Küche. Schauen Sie auch mal bei Copyright vorbei, dem auserlesenen Ort, um sich im breitgefächerten Angebot von Kunst- und Architekturbüchern zu verlieren. Im Schatten der St.-Michael-Kirche finden Sie einen meiner beliebtesten Orte: café Bornhem, ein Lokal, wo ich freitags nach dem Unterricht gerne ein Glas Orval trinke, während ich die Sicht auf das wichtigste Eingangstor zur Stadtmitte genieße.

Nicht zu verpassen: vintage Laden N’Importe Quoi für einzigartige Dekorationsartikel. In der Nähe, in der Varkensstraat, finden Sie die Wohnung der Architektin Marie-José Van Hee. Die Fassade aus schlichten grauen Zementziegeln ist so entworfen, dass sie ein Gleichgewicht zwischen horizontalen und vertikalen Linien schafft, aber sie ist hauptsächlich ein Projekt voller  Materialität, Licht und Menschlichkeit.

Zickzacken Sie zur touristischen Stadtmitte und entdecken Sie unter der St.-Michael-Brücke ein architektonisches Glanzstück. Am Ende des Fahrradabstellplatzes gibt es eine kleine Treppe, die auf Programmkino Sphinx mündet. Diese Treppe stellt in Kombination mit der Decke ein Meisterwerk dar, das Licht, Raum, Plastik und Funktionalität widerspiegelt, ein Werk, das ein wesentlicher Bestandteil der Neugestaltung der Stadtmitte durch Marie-José Van Hee und Robbrecht en Daem architecten ist. Der Höhepunkt unserer Tour ist der Besuch an Dumpling-Bar Steamy Windows in Hoogpoort. Was hat diese mit Architektur zu tun? Betreiber und Künstler Manor Grunewald schuf unsere Transportkisten für die Biennale di Venezia.